Pimmel Bingo 8 und der Umgang der Berliner Polizei mit Pornos

Statement, 29.01.2017

Die Polizei sollte den Verkehr regeln, statt Verkehr zu reglementieren

Zur Aufruhr um den Polizeianwärter, der in einem Porno mitspielte, erklärt die Abgeordnete der Grünen Fraktion Berlin und Mitglied des Innenausschusses, June Tomiak:

„Politisch unterliegen Beamte einem Mäßigungsgebot und auch in Zeiten, zu denen sie sich nicht im Dienst befinden, repräsentieren sie ihren Arbeitgeber. Aufgrund eines 3 Jahre alten pornographischen Filmes jedoch potentiell die berufliche Zukunft eines jungen Menschen zu zerstören, entzieht sich meinem Verständnis. Dieser versteifte Umgang mit der Thematik ist im Jahre 2017 überholt. Der Polizeianwärter praktizierte augenscheinlich safer sex, steht also beruflich wie privat für Verkehrssicherheit. In meinen Augen scheint er damit gute Voraussetzungen für den Polizeidienst mitzubringen. Generell sind Pornos in unserer Gesellschaft mittlerweile fest verankert. Laut einer Infografik von Netzsieger.de kommt 12,4% der Porno-Traffics aus Deutschland. Damit bilden die Deutschen die Spitze des Pornokonsums weltweit. Trotzdem gibt es kontroverse Debatten beim Thema – und das ist auch gut so. Bei der Diskussion darf es allerdings nicht um das ob gehen, sondern um den Inhalt. Eine allgemeine Tabuisierung von Pornos wird dem gesellschaftlichen Diskurs nicht mehr gerecht. Worüber gesprochen werden muss, ist, was in Pornos dargestellt wird. Sexismus, Diskrimierung, LGBTIQ*- Feindlichkeit und Gewalt sind, wie in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch in Pornos zu finden und zu verurteilen. Pornographische Filme, die hingegen auf Respekt und Konsens basieren, können sogar dabei helfen, diese Werte auch im Privaten zu vermitteln. Gute Pornos tragen dazu bei, dass Menschen im Umgang mit Körper und Sexualität offener und toleranter werden. Das ist definitiv zu begrüßen. Ob „Pimmel Bingo 8“ allerdings ein Lehrstück der Fortschrittlichkeit ist, bleibt aber noch zu klären. Diese Bewertung überlassen wir dem geneigten Betrachter.“

Medienecho