Veranstaltungsbericht Grün gegen Rechts: Friedrichshain/Kreuzberg

Mit meiner Veranstaltungsreihe „Grün gegen Rechts“ war ich am 16.03. digital zu Gast in Friedrichshain-Kreuzberg.

Unser Thema: Die türkisch, rechtsextreme Gruppierung Graue Wölfe, welche auch in Berlin aktiv ist. 

Auf dem Podium: Das Register Friedrichshain-Kreuzberg, Vasili Franco aus dem Geschäftsführenden Ausschuss der Grünen XHain, ein Vertreter der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. und eine Vertreterin der Grünen Jugend XHain.
Das antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz e.V.) musste leider spontan absagen, aber ein Blick auf deren Webseite lohnt sich trotzdem!

Los ging es wie immer mit der Registerstelle, die die Zahlen der diskriminierenden Vorfälle im Bezirk in den letzten Jahren vorstellte. Die Registerstelle erfasst in jedem Bezirk rechtsextreme und diskriminierende Vorfälle. Dazu zählen nicht nur körperliche Angriffe oder Beschimpfungen, sondern auch Propaganda in Form von bspw. Stickern oder Schmierereien. Auch Fälle, die unterhalb der Schwelle zur Strafanzeige liegen können & sollen erfasst werden. Die Register sind daher besonders darauf angewiesen, dass jegliche Vorfälle von der Zivilgesellschaft gemeldet werden. Dafür kann man sich direkt an die Registerstelle wenden, die neue Berliner APP ANDI der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz & Antidiskrimierung nutzen oder eine der anderen Anlaufstellen kontaktieren. Alle Infos findet ihr online.

2020 wurden dem Register 345 Vorfälle, gemeldet, 77 mehr als im Vorjahr. Die häufigsten Motive sind die verschiedenen Formen des Rassismus, gegen politische Gegner*innen, rechte Selbstdarstellung, Antisemitismus und NS-Verharmlosung. Da das Register Zahlen in Bereich Antisemitismus, Anti-Schwarzen und Anti-Muslimischem Rassismus aufschlüsselt, gibt es keine direkten Zahlen zu Grauen Wölfen im Bezirk. In Berlin verzeichnet die „Ülkücü-Bewegung“ jedoch offiziell 400 Mitglieder (Zahl von 2019, Quelle: LfV Berlin).

Als nächstes berichtete die GJ Friedrichshain-Kreuzberg von ihrer Arbeit im Kiez und auf Landesebene. Die Bezirksgruppe wirkt an Wahlprogrammen der Grünen mit, ist bei Aktionen dabei und vergibt diese Jahr auch Voten für die Bezirksverordneten Liste im Bezirk.

Weiter geht es mit der KIgA: Sie berichten von ihrer Arbeit im Bezirk. Die Initiative beschäftigt sich besonders mit dem Umgang von Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft. Dabei spielen Debatten über die Armenien-Resolution oder der Druck aus der Türkei nicht nur in der Öffentlichkeit eine Rolle, diese Themen werden auch in den Kiezen und Schulen thematisiert. 

Wichtig ist, dass problematische Bestrebungen nicht verharmlost werden. Rassistische oder diskriminierende Verallgemeinerungen haben in einer ernsthaften Debatte keinen Platz.

In der anschließenden Debatte ging es dann unter anderem um die Fragen „Welche Rolle spielen Diskriminierungserfahrungen, auch insbesondere junger Menschen, für Radikalisierungsprozesse?“ und „Wie werden extremistische Organisationen attraktiv für Menschen?“

Außerdem wurde auch über die Rolle von Bildung und Empowerment von Menschen die unter Mehrfachdiskriminierung leiden gesprochen. Klar ist definitiv: wir brauchen ein solidarisches Miteinander, gegen Rassismus, Diskriminierungen & jeden Rechtsextremismus!

Wir gehen mit vielen Fragen, Anekdoten & viel Motivation für Veränderung aus dem Abend.

Danke an unsere Podium und alle die mit diskutiert haben!