Am 8.4.2024 waren Dr. Turgut Altuğ und ich mit unseren Teams zu Besuch der Naturschutz und Ranger Station in Marienfelde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Wir haben einen spannenden Einblick in die Naturbildungsarbeit bekommen und auch einen Eindruck gewonnen, wie Artenschutz, Naturschutz und Wildtierschutz hier zusammen bearbeitet wird. Dafür möchte ich mich auch nochmal ganz herzlich bei Björn Lindner bedanken, der sich sehr viel Zeit für uns genommen hat.

Hier sehen wir uns einen Nashornkäfer an!

Naturbildung für alle

Mit den grünen Klassenzimmern der Station lassen sich die heimische Artenvielfalt und die Natur der Umgebung mit ihren verschiedenen Lebensräumen erkunden und kennenlernen. Die Klassenzimmer sind für Besucher*innen aller Altersgruppen ausgelegt und können auch mit Schulklassen besucht werden. Die Artenvielfalt bei Insekten und Amphibien kann entdeckt oder Experimente mit Erde und Wasser im Labor durchgeführt werden. Es werden auch Probleme, wie Mülleinbringung durch Menschen in der Natur thematisiert und dargestellt, welche Auswirkungen dies haben kann.

Ziel der Arbeit ist es die heimische Natur als Grundlage unseres Lebens zu verstehen. Das versuchen die Ranger*innen durch eine Kombination aus praktischen, emotionalen Erlebnissen mit den Tieren und der Natur, sowie durch eine interaktive Wissensvermittlung umzusetzen.

Kleingewässer: Lebensraum unter Druck

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Diesen Kammmolch habe ich anschließend im Tümpel aussetzen dürfen!

Auf dem Gebiet der Station gibt es viel zu entdecken: zum Beispiel wurde ein kleiner Tümpel von überwuchernder Vegetation befreit, um für Amphibien einen geeigneten Lebensraum wieder herzustellen. So ein kleines Gewässer bietet Schutz und Lebensraum für viele Amphibien und Insekten. Unsere Berliner Kleingewässer stehen derzeit massiv unter Druck, sie leiden unter Wassermangel und fehlender Pflege. Das Beispiel hier zeigt aber auch: der Einsatz lohnt sich! Der Handlungsdruck in Berlin ist hoch, Kleingewässer sind enorm wichtig für unsere biologische Vielfalt und müssen dringend besser gepflegt, geschützt und wo nötig wieder hergestellt werden!

Hier könnt ihr euch noch weiter zum Thema Kleingewässer einlesen.

Wildes Berlin

Auch über meinen Bereich der Wildtiere haben wir uns ausgetauscht. Wilde Berliner*innen gehören zum Stadtbild: ob Fuchs, Wildschwein oder Waschbär. Im Zusammenleben gibt es aber manchmal auch Konflikte. Wir sind uns daher einig: es braucht bessere Anlaufmöglichkeiten für Bürger*innen. Wenn Not am Wildtier ist, muss es schnell gehen und auch rund um die Uhr muss es möglich sein Informationen und Hilfe schnell und direkt zu erhalten.

Die zahlreichen Vereine, Ehrenamtlichen und weiteren Akteur*innen die in Berlin schon lange wertvolle Arbeit leisten, müssen besser vernetzt und strukturell unterstützt werden. Als Grüne erwarten wir, dass ein Wildtierkompetenzzentrum diese Versorgungslücken füllt!

Wir wünschen uns, dass der Senat noch stärker dafür Sorge trägt Berliner*innen insbesondere durch Bildungsangebote zu befähigen Konflikte mit Wildtieren zu lösen und ein friedliches und freundliches Miteinander aktiv zu gestalten.

Lokale Versorgung, tiergerechte Haltung

In der Station Marienfelde kann man hautnah erleben, was alles notwendig ist, um Tieren ein gutes Leben zu ermöglichen und diese Artgerecht zu halten. Hier zeigt sich, dass die Station auch ein Zugang sein kann, um mit Menschen über die Themen Nutztiere, lokale Versorgung und tiergerechte Haltung zu sprechen.

Für viele Menschen aus der Stadt ist das Thema nicht immer präsent, aber es ist wichtig zu verstehen wie unsere Nahrung auf den Teller kommt und welche Verantwortung wir gesellschaftlich und politisch haben, gesundes und gutes Leben für Tier und Mensch zu ermöglichen.

Landschaftspflegende Schnuckis

Die Schnucken, die hier in Marienfelde leben, unterstützen den Bezirk ganz aktiv in der Landschaftspflege. Die Schafe weiden in verschiedenen Parks und Grünflächen und grasen die Flächen schonend ab. Durch die Hinterlassenschaften wird der Boden mit Nährstoffen versorgt und ganz nebenbei aufgewertet.

Die Arbeit der Naturschutz und Rangerstation ist so vielfältig wie unsere Stadtnatur. Diese müssen wir schützen, pflegen und auch unsere Rolle als Menschen im System Stadt und Natur verstehen und hierfür Verantwortung übernehmen. Das können die kleinsten und jüngsten Berliner*innen und natürlich auch ihre Eltern und Großeltern.

Berlin ist die grünste Metropole Europas. Wir müssen dafür sorgen, dass das so bleibt!