Berlin ist nicht nur die Heimat von vielen Menschen, in unserer Stadt leben auch zahlreiche Wildtiere. Zur Zeit sind 53 Säugetier- und 180 Vogelarten in der Stadt registriert.

Ob Spree, Panke oder Wuhle; ob Tiergarten, Schlosspark Charlottenburg oder Treptower Park; ob Drachenberg, Lübarser Höhe oder Ahrensfelder Berg: überall hier und daneben, dazwischen und darunter lebt es sich wild. Fuchs und Wildschwein, Habicht und Turmfalke, Fischotter und Biber, Stichling und Barsch, Muffel und Reh, Fischreiher und Kormoran: alle sind hier zuhause.

Berlin ist ein raues Pflaster und so birgt unsere Stadt auch Gefahren für Wildtiere. Viele Tierarten (z.B. Igel, Reh oder auch das Wildkaninchen) fallen oft dem Straßenverkehr oder auch freilaufenden Haustieren zum Opfer. Die Versiegelung von Flächen oder Abwehrmechanismen der Menschen gegen die Wildtiere (z.B. Vogelschutzgitter) führen zu weiteren Schwierigkeiten bei wilden Berliner*innen.

Aber wie viele tote Wildtiere werden eigentlich jedes Jahr in Berlin gefunden? Und woran sterben sie? Und was können Bürger*innen tun, die ein verletztes oder totes Wildtier gefunden haben? Diese und mehr Fragen habe ich dem Senat in Form einer schriftlichen Anfrage gestellt. Einige der Zahlen haben wir hier für euch aufbereitet:

Wie dokumentiert die Stadt Berlin gefundene Wildtiere?

Der Senat erfasst gefundenes Wild als sog. Fallwild. Die Bezeichnung umfasst Wild, das ohne Einwirkung eines Jägers in Form der Erlegung zu Tode kam. Eine Konkretisierung der Todesursache ist dabei nicht erfasst. In der Regel handelt es sich laut Senat aber um erfasste Todesfälle im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen.

Der Senat erfasst die Fallfunde von Schwarzwild (Wildschwein), Rehwild, Fuchs, Waschbären, Damwild (Damhirsch), Steinmardern, Marderhunde und Dachse. Es werden am meisten totes Schwarzwild, Rehwild und tote Füchse gefunden. Beim Schwarzwild ist außerdem zu erkennen, dass seit 2022 deutlich weniger Fallwild erfasst wurde.

Nur beim Schwarzwild und Fuchs unterscheidet der Senat nach Jung- und adulten Tieren. Während beim Fuchs adulte und juvenile Tiere in gleichem Ausmaß tot aufgefunden werden, sterben beim Schwarzwild Jungtiere sehr viel häufiger als ausgewachsene Tiere.


In Bezug auf streng geschützte Wildtierarten wie dem Biber und dem Fischotter führt der Senat eine eigene Statistik. Eingehend in diese Statistik sind Funde, welche durch die Bürger*innen, Forstämter, Bezirke und die Stadtnaturranger*innen gemeldet werden.
Insgesamt wurden zwischen 2000 und 2024 116 tote Biber in Berlin erfasst, die meisten davon in Spandau und Treptow-Köpenick. Die Todesursache wurde von der Senatsverwaltung ebenfalls erfasst, konnte aber nicht immer festgestellt werden. Auch hier häufen sich neben Krankheit Verkehrsunfälle als Todesursache.

An wen kann man sich hinwenden, wenn man ein verletztes Wildtier in Berlin findet?

Bei Fragen zu hilflosen/verletzten Wildtieren können sich Bürgerinnen/Bürger an folgende vom Senat finanzierte Angebote wenden:

Außerdem können sich Bürger*innen bei hilflosen Wildtieren an die Umwelt- und Naturschutzämter der Bezirke oder an die Oberste Naturschutzbehörde Berlin (Freilandartenschutz@SenMVKU.berlin.de) wenden.

Der Senat empfiehlt, nur wirklich verletzte Wildtiere aufzunehmen. Bei Alttieren, die man anfassen kann, ist davon auszugehen, dass eine ernsthafte Verletzung vorliegt.

Wehrhafte Tiere wie Greifvögel oder Eulen sollten auf Grund der Verletzungsgefahr allerdings nur von Fachleuten gehandhabt werden. Bei Fledermäusen sollte darauf geachtet werden, dass man nicht gebissen wird, da Fledermäuse in sehr seltenen Fällen Überträger der Fledermaus-Tollwut sein können.

Jungtiere sollten in den meisten Fällen nicht aufgenommen werden, da Alttiere oftmals in der Nähe sind und diese weiterhin versorgen. Hier kann es sinnvoll sein die Situation aus einiger Entfernung erstmal zu beobachten und sich ggf. zu der individuellen Situation beraten zu lassen. Befiederte Jungvögel und junge Eichhörnchen können bei Gefahr in den nächsten Baum gesetzt werden. Kleinere oder unbefiederte Jungvögel sollten ins Nest zurückgesetzt werden, sofern man dieses ausfinding machen kann.