Spatz, Kohlmeise, Ringeltaube, Krähe, Schleiereule, Habicht, Reiher und viele mehr – Berlin ist Zuhause von zahlreichen Wildvögelarten. Die vielen Parkanlagen, Grünflächen, Friedhöfe, Kleingartenanlagen, Stadtbrachen, Bahnanlagen, Hecken, Wälder und Gewässer bilden dabei ihren Lebensraum. Großstädte wie Berlin stellen für Wildvögel einen Lebensraum mit zunehmender Bedeutung dar. Die Großstadt birgt aber auch Gefahren für die Tiere, nicht selten kommt es zu Verletzungen. Für solche Fälle gibt es vom NABU Berlin in Marzahn-Hellersdorf eine Wildvogelstation.

Als einzige Wildvogelstation im Berliner Raum widmet diese sich einer Vielzahl verschiedener Aufgabenbereiche rund ums Thema Wildvögel im urbanen Lebensraum. Aufklärung, Prävention sowie die Umsetzung und Unterstützung bei wildvogelrelevanten Problemen stehen dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Zum Arbeitsalltags des Team gehören die Pflege und Auswilderung von Wildvögeln, Bürger*innenberatung, fallspezifische Außendienste und die Umsetzung von Stockentenbruten.

Am Freitag, den 21. März 2025 habe ich mir anlässlich des „Tags der Unterstützer*innen“ die Wildvogelstation persönlich ansehen dürfen. Die Mitarbeitenden haben vorgestellt, was im letzten Jahr und seit Bestehen der Station alles geschafft wurde, und an Thementischen über die Wildvogelstation und ihren Einsatz für die Hauptstadttiere informiert. Ich habe mich sehr gefreut, die Mitarbeitenden besser kennenzulernen und bin beeindruckend vom Engagement für die Wildvögel dieser Stadt. Die Station wird zudem von vielen Ehrenamtlichen unterstützt, deren Arbeit unerlässlich ist.

Bei meinem Besuch habe ich gelernt, dass 2024 1.310 Wildvögel aus 32 Arten im Projekt registriert und an 5.725 Betreuungstagen durch das Team der NABU Wildvogelstation betreut wurden. Der Großteil der Versorgung fiel auf hilfsbedürftige Wildvögel typischer Wildvogelarten im Berliner Stadtgebiet. Darunter fielen unter anderem Ringeltauben, Haussperlinge und Nebelkrähen. Besonders bei sensiblen Arten wie Greifvögeln oder Gebäudebrütern sind Zwischenfälle mit dem Menschen (Scheibenanflüge, Störung an Brutplätzen etc.) jedoch von zunehmender Bedeutung.

Der Bedarf für fallspezifische Beratungen von Bürger*innen zu wildvogelrelevanten Themen war auch 2024 wieder groß. In mehr als 4.612 Gesprächen wurden vor allem in der Brutzeit zwischen April und September Fragen zu Themen wie verletzten Wildvögeln, Jungvögeln und allgemeinen Bau- und Naturschutzrecht beantwortet. Die Zahlen verdeutlichen dabei die zunehmende Notwendigkeit für die Vorbeugung und Lösung von Problemen sowie Herausforderungen, denen sich Wildvögel im Berliner Stadtgebiet stellen.

Auch Forschung wird an der NABU Wildvogelstation betrieben, wie hier zu „Breeding site fidelity in the concrete jungle: implications for the management of urban mallards // Brutplatztreue im Betondschungel: Auswirkungen auf das Management von Stockenten in Städten„, und Pilotprojekte wie z.B. zur Adoption von Mauerseglern werden umgesetzt.

Die Zahlen zeigen, dass die NABU Wildvogelstation dringend gebraucht wird. Perspektivisch kann sogar davon ausgegangen werden, dass der Bedarf nach Beratung und Versorgung von Wildtieren angesichts zunehmender Flächenkonflikte in der Stadt weiter steigt. Als Abgeordnete setze ich mich dafür ein, dass die NABU Wildvogelstation weiterhin gut ausgestattet ist und auch zukünftig bei wachsenden Aufgaben diese wahrnehmen kann. Dem gesamten Team danke ich ganz herzlich für die tolle und wirklich spannende Arbeit. Ich komme gerne wieder!

Wenn Sie selbst einen hilfsbedürftigen Wildvogel gefunden haben, informieren Sie sich bitte auf der Webseite der NABU Wildvogelstation zum weiteren Vorgehen: https://berlin.nabu.de/stadt-und-natur/projekte-nabu-berlin/wildvogelstation/erste-hilfe/index.html