Foto: June Tomiak

Am 11.06.2025 habe ich zum Wildtierspaziergang um die Mierendorff-Insel eingeladen. Derk Ehlert (Wildtierexperte des Landes Berlin, Youtubeserie: Wildes Berlin) hat den Spaziergang geleitet und uns spannende Einblicke in die Berliner Wildtierwelt gegeben. Außerdem konnten wir durch Sybille Centgraf, Sprecherin für Klimaschutz in der BVV-Fraktion, erfahren, was sich dazu im Bezirk gerade bewegt.

Station 1: Am Schleusenkanal

Direkt zu Beginn des Spaziergangs konnten wir ein paar Kaninchen sehen während uns Derk Geschichten über den Biber im Schlosspark Charlottenburg erzählt hat. Der Charlottenburger Biber war der erste Biber der sich in den 90ern wieder in Berlin ansiedelte. Erst gingen Experten davon aus, dass der Biber nur auf Durchreise sei und sicher nicht in der wuseligen Stadt bleiben wird. Aber dann meldeten sich Bürger*innen mit angeblichen Sichtungen von Baby Bibern und obwohl selbst Experten wie Derk Ehlert es anfangs nicht glauben wollten: es gab tatsächlich Nachwuchs und der Biber und seine Familie leben seitdem im Charlottenburger Schlosspark. Und nicht nur das: In ganz Berlin kommt der Biber mittlerweile wieder vor!

Meine Anfragen zum Biber: Dezember 2024: Gewalt gegen Biber, Fischotter und Co – Tiere schützen & Straftaten konsequent aufklären; Juli 2024: Schützt die jungen Wilden – Nachwuchs von Biber, Fischotter, Fuchs & Co in Gefahr?; 2021: Der Biber Mord nagt an uns allen

Station 2: Am Westhafenkanal

Am Kanal haben wir insbesondere Vögel beobachtet und (unter Anleitung von Derk Ehlert) ihre Rufe identifiziert. Ein kleiner Vogel der nach Mama (und Papa!) ruft klingt nämlich anders als das Elterntier. Derk Ehlert hat uns außerdem den Tipp gegeben einfach mal mit einer Vogelstimmen-App spazieren zu gehen und zu schauen welche Vögel sich so hören und sehen lassen.

Später sind wir nochmal den Bibern begnet, jedenfalls fast, denn wir haben seine Spuren entdeckt! Mehrere Baumstämme entlang des Wassers waren angenagt, manche Bäume wurden komplett gefällt. Diese Spuren sind kaum zu übersehen und zeigen deutlich: hier ist rege Biber-Aktivität. Wer selbst mal Biber beobachten will sollte es in den frühen Abendstunden, zur Dämmerung hin versuchen.

Aber wichtig: Wildtiere sind wild und wir sollten respektvoll Abstand halten.

Auf unserem weiteren Weg sind uns viele Krähen begegnet. Wusstet ihr, dass Krähen sehr schlau sind und ein ausgezeichnetes Gedächtnis haben? Sie nutzen außerdem Werkzeuge, um an Nahrung zu kommen. Zum Beispiel legen sie Nüsse oder Fastfood-Verpackungen auf Radwege oder Straßen, damit die Fahrzeuge das „öffnen“ zu übernehmen. Ganz schön clever!

Am Wasser haben wir außerdem einige Graureiher gesehen. Diese großen und beeindruckenden Tiere sind auf der Suche nach Fischen und können an fast allen Berliner Gewässern beobachtet werden. Mit einer Spannweite von bis zu 2 Metern könnt ihr diese Tiere auch gut am Stadthimmel erkennen.

Station 2: Westhafenkanal (Foto: June Tomiak)

Station 3: Österreichpark

Unsere letzte Station führte uns in den Östereichpark und bei Limonade erzählte uns Sibylle Centgraf, Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung, wie der Bezirk Artenschutz stark macht und welche Pläne es für den Uferweg rund um die Mierendorffinsel gibt.

Hier endete unser Spaziergang mit einem Appell von Derk Ehlert an alle großen und kleinen Teilnehmenden: Wir brauchen dringend mehr Artenkenner*innen! Denn Pflanzen und Tiere zu bestimmen kann man lernen und dieses wichtige Wissen droht verloren zu gehen, wenn wir es nicht weitergeben. Jede*r kann Artenkenner*in werden und jede*r wird gebraucht. Mehr Infos dazu findet ihr hier: https://berlin.artenfinder.net/artenkennerin-werden