Auf Einladung von Jutta Paulus (MdEP) war ich am 11.11.2025 im Webinar rund um PFAS und KARL und durfte dort über die Situation in Berlin und die Umsetzung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) berichten. Auch Janna Kuhlmann (Umwelt – und PFAS- Expertin, BUND) war dabei und hat die Studie zur PFAS-Belastung im Trinkwasser vorgestellt.
Die Studie stellt fest, dass PFAS in unserem Trinkwasserkreislauf angekommen sind. In 42 von 46 Proben konnten PFAS nachgewiesen werden. Einmal im Wasserkreislauf enthalten, bekommt man sie nur sehr aufwendig wieder heraus. Deshalb haben wir darüber gesprochen, was wir als Politik und Gesellschaft machen können, um Druck aufzubauen PFAS aus dem Wasserkreislauf zu bekommen und wer eigentlich die Kosten für die Aufbereitung unseres Trinkwassers tragen müsste.
Die Nutzung von PFAS ist ein riesiges Geschäft. Seit Jahrzehnten werden sie in vielen Produkten verwendet. Durch die umfassende Nutzung gelangen PFAS in die Umwelt und letztlich auch in unsere Körper. Während die Gewinne bei den Konzernen bleiben – tragen die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung meist die Verbraucher*innen und die Allgemeinheit. Das geht so nicht weiter.
KARL
Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie muss bis zum 01.01.2029 umgesetzt werden. Sie gibt gibt Vorgaben für den Umgang mit kommunalen Abwässern in der EU und Deutschland vor. Ohne hier umfassend drauf einzugehen, ist besonders wichtig, dass die Kläranlagen mit einer 4. Reinigungsstufe ausgebaut werden müssen, um Arzneimittelrückstände und Kosmetika und weitere Stoffe aus dem Wasser zu Filtern. PFAS kriegt man hierdurch voraussichtlich nicht raus, aber diese Reinigungsstufe ist dennoch super wichtig. Dieser Ausbau soll (laut KARL) von den Herstellern von Kosmetika & Arzneimitteln bezahlt werden. Das ist ein riesiger Schritt, um die Kosten zur Aufbereitung unseres Gemeinguts Wasser an die Hersteller zu übertragen!
Ihr könnt euch bereits denken, dass in Brüssel kräftig lobbyiert wird, um dieses Prinzip der Herstellerverantwortung wieder abzuschwächen. Das darf auf keinen Fall passieren und dafür müssen wir kämpfen!
Bisher fallen die Hersteller von PFAS allerdings nicht unter den Rahmen der Herstellerverantwortung von KARL. Es soll lediglich geprüft werden, ob sie ausgeweitet wird. Aus unserer Sicht wäre das ein wichtiger Schritt, um auch die Hersteller von PFAS an den Kosten zu beteiligen.
KARL in Berlin
Ich durfte über die Umsetzung von KARL in Berlin berichten und konnte hier nochmal verdeutlichen wie essentiell das Prinzip der Herstellerverantwortung ist. Rund 80% der Kosten würden hierdurch von den Herstellern übernommen werden. Die Berliner Wasserbetriebe würden damit große Einsparungen machen. Der Senat spricht in meiner Anfrage von ca. 500 Millionen Euro.
Wer sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen möchte kann sich das Webinar auf der Webseite von Jutta Paulus oder unten über Youtube anschauen. Viel Spaß dabei!
Ich möchte euch auch noch auf die Petition von Jutta Paulus aufmerksam machen, die Friedrich Merz etc. auffordert sich gegen die Abschaffung der Herstellerverantwortung einzusetzen.
Wer mag kann über den Link unterschreiben: https://actionnetwork.org/petitions/wasser-fur-alle-statt-profite-fur-wenige
Beitragsbild: Manki Kim auf Unsplash